Aktuell

Revision des Versicherungsvertragsgesetzes

09.12.2021

Revidierte Bestimmungen

Konkret bringt die Teilrevision folgende wesentliche Änderungen im VVG mit sich:

  • Versicherte können neu innerhalb einer Bedenkfrist von 14 Tagen von ihrem Vertrag ohne Verpflichtung zurücktreten (nArt. 2a und 2b). Die Widerrufsfrist beginnt, sobald der Versicherungsnehmer den Vertrag beantragt oder angenommen hat. Die Frist ist eingehalten, wenn der Versicherungsnehmer am letzten Tag der Widerrufsfrist seinen Widerruf dem Versicherungsunternehmen mitteilt oder seine Widerrufserklärung der Post übergibt.

  • Die Versicherer müssen zusätzlichen Informationspflichten nachkommen (nArt. 3). So wird beispielsweise explizit festgehalten, dass zur (bisherigen) Aufklärungspflicht über den Umfang des Versicherungsschutzes ebenfalls Angaben gehören, ob es sich um eine Summen- oder Schadenversicherung handelt. Ebenfalls muss über die zeitliche Geltung des Versicherungsschutzes informiert werden, insbesondere ob und inwieweit nach Ablauf des Versicherungsvertrages noch Versicherungsschutz besteht.

  • Die in der Praxis weitverbreiteten vorläufigen Deckungszusagen werden neu gesetzlich geregelt (nArt. 9). Es handelt sich hierbei um einen selbständigen Versicherungsvertrag, der dem VVG untersteht. Dabei genügt es, wenn die versicherten Risiken und der Umfang des Versicherungsschutzes bestimmbar sind.

  • Neu ist neben der Schriftform (mit Unterschrift) auch eine Kündigungserklärung in elektronischer Textform möglich (nArt. 35a), zum Beispiel per E-Mail. Damit wird das VVG den Gegebenheiten des E-Commerce über die ganze Wertschöpfungskette hinweg gerecht. Eine eigenhändige Unterschrift ist damit nicht mehr erforderlich. Davon ist auch bei der vorläufigen Deckungszusage des Versicherers auszugehen (nArt. 9). Schriftform im Sinne von Art. 12 ff. OR ist weiterhin bei der Abtretung und Verpfändung (nArt. 73) nötig.

  • Versicherte sowie Versicherungen können Verträge (mit Ausnahme der Lebensversicherungsverträge) mit längerer Laufzeit (mehr als drei Jahre) auf das Ende des dritten oder jedes folgenden Jahres mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen, ohne das Ende der Laufzeit abzuwarten (nArt. 35a). Dadurch werden «Knebelverträge» faktisch abgeschafft. Von dieser Ordnung nicht erfasst werden Versicherungsverträge, die auf eine Dauer von drei oder weniger als drei Jahren vereinbart wurden. Diese können ordentlich nicht vorzeitig gekündigt werden, während aber die ausserordentliche Kündigung nach nArt. 35b auch hier offensteht, sofern ein wichtiger Grund vorliegt. Ohne Bedeutung ist nArt. 35a auch für Versicherungsverträge, für die keine bestimmte Dauer vereinbart wurde und die damit unbefristet sind.

  • In der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung stehen das neue ordentliche Kündigungsrecht und das Kündigungsrecht im Schadenfall nur den Versicherten zu (nArt. 35a Abs. 4). Diese Regelung widerspiegelt die heutige Praxis der Versicherungen. Der Krankenzusatzversicherer darf somit nach einem Leistungsbezug den Vertrag nicht kündigen. Anders ist dies bei der kollektiven Taggeldversicherung, wo beiden Vertragsparteien ein Kündigungsrecht zusteht (nArt. 35a Abs. 4).

  • Interessant ist im Lande der Überversicherung ferner die Möglichkeit des Versicherungsnehmers, bei Vorliegen einer unbemerkten Mehrfachversicherung innert vier Wochen seit Entdeckung dieser den zuletzt geschlossenen Vertrag zu kündigen (nArt. 46b). Ebenfalls steht dem Versicherungsnehmer ein Kündigungsrecht bei einer wesentlichen Gefahrsverminderung zu (nArt. 28a).

  • Bei den sog. versicherungsrechtlichen Obliegenheiten handelt es sich regelmässig nicht um Obliegenheiten gemäss dem allgemeinen Vertragsrecht, sondern um vertragliche Nebenpflichten. Verletzt der Versicherungsnehmer eine solche Pflicht, kann der Versicherer den Ersatz des darauf zurückführenden Schadens verlangen. Bei der Leistungskürzung handelt es sich damit im Grunde genommen um eine Verrechnung des verursachten Schadens. Diesem Umstand wird nun explizit Rechnung getragen, als der vereinbarte Rechtsnachteil neu nicht nur bei einer unverschuldeten Vertragsverletzung nicht eintritt, sondern ebenfalls wenn der Versicherungsnehmer nachweist, dass die Verletzung für den Schaden nicht kausal war (nArt. 45). Diese Klarstellung ist zu begrüssen, allerdings wird den Versicherern weiterhin die Möglichkeit belassen, den Rechtsnachteil unabhängig vom Grad des Verschuldens eintreten zu lassen. Diese Frage dürfte somit weiterhin die Gerichte beschäftigen.

  • Ansprüche aus Versicherungsverträgen verjähren anstatt wie bisher nach zwei Jahren neu erst fünf Jahre nach Eintritt des Schadenfalls (nArt. 46). Der Versicherte kann seinen Anspruch somit bis zu fünf Jahre nach dem Eintritt des Ereignisses, das die Leistungspflicht begründet, geltend machen. Weiterhin findet die zweijährige Verjährungsfrist auf die Krankentaggeldversicherung Anwendung.

  • Neu gilt in der Haftpflichtversicherung ein direkten Forderungsrecht des geschädigten Dritten oder dessen Rechtsnachfolger gegen den Versicherer (nArt. 60). Im Schadenfall können damit Ansprüche direkt bei der Haftpflichtversicherung des Schädigers im Umfange der Schadenersatzforderung geltend gemacht werden. Dies obwohl der Versicherungsvertrag nicht mit ihm, sondern mit dem Haftpflichtigen abgeschlossen wurde. Aber nicht nur die Ersatzansprüche der Geschädigten werden gedeckt, sondern auch die Rückgriffsansprüche Dritter (bspw. Sozialversicherer). Die bisher in der Praxis gängigen Regressausschlussklauseln sind also nicht mehr zulässig.

  • Das Regressrecht des Versicherers wird auf sämtliche Ersatzpflichtigen ausgedehnt, also nicht bloss auf aus unerlaubter Handlung Haftende, sondern – analog dem ATSG für die Sozialversicherer – explizit auch auf aus einer Vertragsverletzung oder Kausalhaftung Ersatzpflichtigen (nArt. 95c Abs. 2).

Fazit

Die dargelegten Neuerungen bringen weitreichende Änderungen für die Versicherungsunternehmen mit sich und machen eine Überprüfung und gegebenenfalls auch Anpassung interner Prozesse und Vorschriften notwendig. Eine Errungenschaft dieser Teilrevision ist vor allem die Klärung koordinationsrechtlicher Fragen. Unzweckmässig ist allerdings, dass es der Gesetzgeber unterlassen hat, sich mit der Frage über den Umgang mit Allgemeinen Versicherungsbedingungen auseinanderzusetzen.

 

Im Ergebnis ist mit der Teilrevision des VVG aber ein zukunftsfähiger Kompromiss erreicht worden. Die geänderten Bestimmungen führen zu einer weiteren Besserstellung der Versicherungsnehmer, während gleichzeitig berechtigte Anliegen der Versicherungswirtschaft erfolgreich berücksichtigt werden konnten.

 

Gerne stehen wir Ihnen in allen Belangen zur Verfügung und unterstützt sie tatkräftig bei der Klärung offener Fragen in Zusammenhang mit Versicherungsverträgen.

 

 

Sinkender Lebensstandard aufgrund sinkender Renten?

06.12.2021

Die finanzielle Sicherheit im Alter bereitet der Schweizer Bevölkerung Sorgen: Knapp jede dritte befragte Person fühlt sich in Bezug auf ihre Altersvorsorge nicht abgesichert. Einschätzung der Befragten zum Thema Altersvorsorge in fünf Punkten.

Finanzielle und soziale Absicherung tragen dazu bei, dass sich die Bevölkerung sicher fühlt. Durch die demografische Alterung und die tiefen Zinsen gerät die obligatorische Altersvorsorge jedoch zunehmend in finanzielle Schieflage. Die Befragung zeigt die Erwartungen und das eigene Verhalten der Schweizerinnen und Schweizer in Bezug auf ihre Pensionierung und das Drei-Säulen-System.

 1. Zeitpunkt der Pensionierung

Gefragt, wann sie beabsichtigen, sich pensionieren zu lassen gibt etwas mehr als die Hälfte der 18 bis 65-jährigen Person an, mit dem gesetzlichen Rentenalter in den Ruhestand eintreten zu wollen,

  • ein Fünftel stellt sich vor, länger zu arbeiten,
  • ein Viertel erwartet, früher aufzuhören.

Mit zunehmendem Alter steigt der Wunsch nach einer Frühpensionierung. Nach Ansicht der Erwerbsbevölkerung wäre vor allem die Möglichkeit, das Arbeitspensum schrittweise zu reduzieren, ein Anreiz dafür, den Schritt in den Ruhestand freiwillig nach hinten zu verschieben. Häufig nennt sie, dass finanzieller Druck etwa aufgrund von Rentenkürzungen dazu führen kann, sich später als eigentlich gewünscht pensionieren zu lassen.

2. Einschätzung zur eigenen Altersrente

Die eigene finanzielle Lage ist einer der Hauptgründe, weshalb die Erwerbsbevölkerung glaubt, länger als bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten zu müssen. Nur jede vierte Person schätzt, dass sie ihren Lebensstandard nach der Pensionierung halten kann. Jede zweite Person geht davon aus, sich zumindest teilweise einschränken zu müssen. Etwa ein Sechstel befürchtet gar, im Alter finanzielle Schwierigkeiten zu haben.

3. Entwicklung des Rentenniveaus

77 Prozent der Schweizer Bevölkerung geht davon aus, dass die Renten sinken werden. Dies einerseits, weil die Pensionskassen (2. Säule) zukünftig ihre Leistungen nicht mehr erbringen können, andererseits weil die Finanzierungslücke bei der AHV (1. Säule) nicht geschlossen werden kann.

4. Kapital- und Umlageverfahren im Vergleich

Die obligatorische Altersvorsorge besteht aus zwei Säulen und zwei unterschiedlichen Vorsorgeprinzipien: Die 1. Säule (AHV) beruht auf dem Umlageverfahren. Hier kommen die Erwerbstätigen für die Renten der Pensionierten auf. Die 2. Säule (BVG, Pensionskasse) beruht auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Dabei sparen alle für ihre eigene Altersrente.

Befragt, welche positiven Eigenschaften mit diesen beiden Varianten in Verbindung gebracht werden zeigt sich, dass das Kapitaldeckungsverfahren der 2. Säule häufiger als sicher, nachhaltig und effizient erachtet wird.

Dagegen schätzt die Bevölkerung den in der AHV enthaltenen Transfer zwischen Jung und Alt sowie zwischen gut und weniger gut Verdienenden als fair ein.

5. Reformansätze in der obligatorischen Altersvorsorge

In der Altersvorsorge besteht offensichtlich Reformbedarf. Von konkreten Massnahmen zur Reform der Altersvorsorge befürwortet die Bevölkerung am stärksten:

  • Die Förderung der 3. Säule (privates Sparen)
  • Die Angleichung des Rentenalters der Frauen an das der Männer

Keine Zustimmung finden dagegen folgende drei Reformvorschläge:

  • Allgemeine Erhöhung des Rentenalters
  • Reduktion der Pensionskassenrenten
  • Allgemeine Reduktion der AHV-Renten

 

 

Frühpensionierung: Was Sie wissen sollten

04.11.2020

So lässt sich die Einkommenslücke überbrücken

Eine Frühpensionierung ist nicht billig. Setzt man sich früh genug mit dem Thema auseinander, kann der vorzeitige Berufsausstieg trotzdem gelingen.

Wer früher in Pension geht, muss die Einkommenslücke zwischen der Frühpensionierung und der ordentlichen Pensionierung überbrücken. Am besten eignen sich dazu private Ersparnisse wie zum Beispiel Guthaben in der Säule 3a, die man grundsätzlich bis zu fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters beziehen kann.

 Ebenfalls geeignet sind Guthaben aus Kapitallebensversicherungen – vorausgesetzt, sie kommen während der Frühpensionierung zur Auszahlung. Eine vorzeitige Auflösung der Police lohnt sich oft nicht, weil ein Rückkaufsverlust entsteht.

Die AHV-Rente kann man schon ein oder zwei Jahre vor dem regulären Rentenalter beziehen, und die meisten Pensionskassen lassen einen Bezug der Altersleistungen ab 58 oder 60 Jahren zu. Pensionskassen kürzen die Renten von Frühpensionären in der Regel lebenslang um 3 bis 5 Prozent pro Vorbezugsjahr. Wer mit 63 statt 65 in Rente geht, verzichtet demnach auf 6 bis 10 Prozent Rente.

Ein Vorbezug der AHV-Rente um zwei Jahre führt sogar zu einer Rentenkürzung von 13,6 Prozent. Bei einem Vorbezug um ein Jahr sind es 6,8 Prozent. Viele Pensionskassen bieten Frühpensionierten eine Überbrückungsrente an, mit der sie einen Vorbezug der AHV-Rente umgehen können.

Eine weitere Finanzierungsquelle kann auch das Eigenheim sein. Man kann die Hypothek aufstocken und dieses Geld zur Überbrückung der Einkommenslücke verwenden. Viele Banken verweigern älteren Kreditnehmern jedoch wegen der fehlenden Tragbarkeit die Aufstockung der Hypothek, auch wenn sie sich die höhere Hypothek bei den tiefen Zinsen problemlos leisten könnten.

 

 

Frühpensionierung: Was Sie wissen sollten

04.11.2020

Was kostet eine Frühpensionierung?

Die Kosten einer Frühpensionierung mit 64 statt mit 65 Jahren entsprechen etwa einem Jahresgehalt. Es fällt ein Jahreseinkommen weg, bereinigt um die niedrigeren Einkommenssteuern und die AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige, die bis zum regulären AHV-Alter gezahlt werden müssen. Zudem fallen die AHV- und die Pensionskassenrente wegen des Vorbezugs lebenslang tiefer aus.

 

 

Frühpensionierung: Was Sie wissen sollten

04.11.2020

PK-Einkauf für die Frühpensionierung

Immer mehr Pensionskassen bieten die Möglichkeit an, eine Leistungskürzung bei einer Frühpensionierung mit freiwilligen Einkäufen auszugleichen. Versicherte, die sich bereits für die vollen ordentlichen Leistungen in der Pensionskasse eingekauft haben, können dann zusätzliche Einkäufe tätigen.

Die zusätzlichen Altersleistungen dürfen die Altersleistungen bei einer ordentlichen Pensionierung allerdings höchstens um 5 Prozent übersteigen. Diese Leistungsgrenze überschreiten Versicherte unter Umständen, wenn sie doch länger arbeiten als geplant. Mit dem Aufschub ihrer Pensionierung zahlen sie nicht nur weiterhin in die Pensionskasse ein, auch ihr Rentenumwandlungssatz fällt höher aus als erwartet.

Fragen Sie Ihre Pensionskasse, was mit dem zu viel einbezahlten Kapital geschieht, bevor Sie diese Einkaufsmöglichkeit nutzen. In der Regel verfällt es zu Gunsten der Pensionskasse.

 

 

Frühpensionierung: Was Sie wissen sollten

04.11.2020

Teilpensionierung: Die günstige Alternative zur Frühpensionierung

Prüfen Sie eine schrittweise Reduktion des Arbeitspensums, wenn eine Frühpensionierung zu teuer ist, Auf dem Teilzeiteinkommen sind weiterhin AHV-Beiträge fällig. Die Beitragspflicht ist damit oft bereits erfüllt, und es fallen keine zusätzlichen AHV-Beiträge an wie es bei einer vollständigen Frühpensionierung.

Eine gestaffelte Pensionierung kann sich auch steuerlich lohnen, wenn man das Pensionskassenguthaben in Kapitalform bezieht. Bei mehreren Teilbezügen fallen wegen der Steuerprogression insgesamt weniger Steuern an als bei einem einmaligen Bezug des gesamten Kapitals.

Die meisten Steuerbehörden akzeptieren zwei Kapitalbezüge in verschiedenen Jahren. Wer drei oder mehr Bezüge plant, sollte sich von der Steuerbehörde vorgängig bestätigen lassen, dass sie dieses Vorgehen akzeptiert.

Wer sein Arbeitspensum nach 58 reduziert, kann bei manchen Pensionskassen bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters weiterhin den vollen Lohn versichern, den er bis dahin bezogen hat – sofern er aufgrund des kleineren Pensums maximal 50 Prozent weniger verdient und noch keine Altersleistungen bezieht. Damit fallen die Altersleistungen gleich hoch aus wie ohne Arbeitszeitreduktion.

Der Arbeitgeber muss nur seinen Anteil der Pensionskassenbeiträge auf dem effektiven Lohn übernehmen. Die restlichen Sparbeiträge und die Risikoprämien auf dem fiktiv versicherten Lohnteil zahlt der Arbeitnehmer ein.

 

 

5 Tipps für Versicherte

02.11.2020

  1. Mehrere Offerten: Holen Sie vor Vertragsabschluss immer mehrere Offerten ein. Vergleichen Sie die Angebote und werfen Sie auch einen Blick in die allgemeinen Versicherungsbestimmungen.

  2. Kündigungsrecht: Vereinbaren Sie ein jährliches Kündigungsrecht. Damit sind Sie flexibler, wenn sich Ihre Bedürfnisse ändern sollten.

  3. Stets schriftlich: Lassen Sie sich mündliche Zusicherungen von der Versicherung schriftlich bestätigen.

  4. Im Streitfall: Fordern Sie von der Versicherung eine schriftliche Stellungnahme mit Hinweis auf die allgemeinen Versicherungsbestimmungen, wenn sie bei einem Schaden eine Deckung ablehnen sollte.

  5. Ombudsmann: Bei Streitigkeiten können Sie sich an den Ombudsmann der Privatversicherung wenden. Dieser kann zwischen Ihnen und der Versicherung vermitteln.

Privathaftpflicht-, Hausrat-, Gebäude- oder Teilkaskoversicherung? Wenn es um Privatversicherungen geht, verliert man schnell einmal den Überblick. Welche sind sinnvoll, welche braucht es und was wird von ihnen abgedeckt? 

Wir unterstützen Si dabei.

 

 

Kundenfrage - Früh Pensionierung

29.08.2018

Frage: Ich bin 50-jährig und als Maschinenbauingenieur angestellt. Mit 60 Jahren möchte ich mich frühpensionieren lassen. Was muss ich alles vorkehren?

Antwort: Es ist wichtig, dass Sie sich bereits jetzt damit auseinandersetzen. Eine Frühpensionierung bedeutet immer, gewisse Einbussen beim Renteneinkommen aus der AHV und der beruflichen Vorsorge in Kauf zu nehmen. Damit Sie diese ganz oder teilweise ausgleichen können, müssen Sie rechtzeitig planen. Ermitteln Sie zuerst Ihren finanziellen Bedarf zum Zeitpunkt der Pensionierung, um die Finanzierungslücke zu ermitteln. Für ihren Ausgleich bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. So können Sie sich bis zur maximalen Höhe der reglementarischen Leistungen in die berufliche Vorsorge einkaufen. Oder Sie können eine private Rente abschliessen. Diese ist zwar weniger hoch als eine BVG-Rente, dafür aber flexibler und individuell anpassbar. Steuerlich wird sie zu 40% des Wertes erfasst.  

Lücke frühzeitig schliessen

Schliesslich können Sie auf dem Weg über eine private Kapitalversicherung oder auf einem anderen Weg ein privates Kapital ansparen. Dies hilft Ihnen die ersten Jahre bis zum Erreichen des ordentlichen Rücktrittsalters zu überbrücken. Wir empfehlen uns für eine unverbindliche Beratung.

 

 

Säule 3a – was passiert bei vorzeitiger Pensionier

08.08.2018

Frage: Ich wurde in diesem Jahr vorzeitig pensioniert und erhalte eine Übergangsrente. Was passiert mit meinem Säule 3a Konto und darf ich bis zum AHV-Alter weiter den jährlich zugelassenen Maximalbeitrag einzahlen?

Antwort: Bis zum regulären Pensionsalter müssen in jedem Fall die AHV-Beiträge entrichtet werden, auch wenn AHV-Leistungen mit einer entsprechenden Kürzung vorbezogen werden. Die Höhe der AHV-Beiträge ist abhängig vom aktuellen Renteneinkommen und vom Vermögen. Anders verhält es sich bei der gebundenen Vorsorge (Säule 3a): Unabdingbare Voraussetzung für die einkommenssteuerliche Abzugsfähigkeit der jährlichen Beiträge an die Säule 3a ist, dass ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt wird. Für das Jahr, in welchem die Erwerbstätigkeit beendet wird, darf der maximale Beitrag abgezogen werden. Anschliessend kann die Säule 3a nicht weiter finanziert werden.

 

 

Gibt es einen Lohn nach dem Tod?

06.08.2018

Frage: Mein Mann ist überraschend gestorben. Nun bin ich mit unseren drei Kindern allein. Stimmt es, dass ich von seinem Arbeitgeber noch für eine bestimmte Zeit Lohn zugut habe?

Antwort: Zwar endet der Lohnanspruch grundsätzlich mit dem Tod des Arbeitnehmers. Hinterlässt der Arbeitnehmer aber einen Ehepartner, einen eingetragenen artner, minderjährige Kinder oder andere Personen, die er finanziell unterstützen musste (zum Beispiel volljährige Kinder in Ausbildung), so muss der Arbeitgeber den Lohn noch für eine bestimmte Zeit weiterzahlen.
Im Detail: Vom ersten bis fünften Dienstjahr gibt es noch Lohn für einen Monat. Ab dem sechsten Dienstjahr wird er zwei Monate lang überwiesen - jeweils ab dem Todestag gerechnet.

 

 

Kundenfrage - Gekündigte Stelle - UVG ?

12.06.2018

Frage: Ich arbeite Vollzeit in einem Betrieb. Nun wurde mir auf Ende Jahr gekündigt. Was bedeutet dies hinsichtlich der Unfallversicherung? Ich hörte, es gebe eine so genannte Abredeversicherung. Was ist das?

Für Arbeitnehmer mit einem Wochenpensum von mehr als acht Stunden endet die Deckung durch die obligatorische Unfallversicherung gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) am 30. Tag nach dem Tag, an dem ihr Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört. Dies ist normalerweise der letzte Arbeitstag. Sie sind also ab Ende Jahr noch während 30 Tagen durch den bisherigen Arbeitgeber unfallversichert. Wenn Sie in dieser Zeit keine neue Stelle antreten können, sollten Sie sich sofort bei der Arbeitslosenkasse melden, um eine Versicherungslücke bei einem Unfall zu vermeiden. Als Arbeitsloser sind Sie nämlich automatisch bei der SUVA gegen Unfälle versichert. Andernfalls müssten Sie für den rechtzeitigen (Wieder-)Einschluss des Unfallrisikos bei den Krankenkassenleistungen besorgt sein.          

Abredeversicherung bei Erwerbsunterbruch

Falls Sie jedoch vorsehen, Ihre Erwerbstätigkeit nach der Entlassung für einige Zeit zu unterbrechen, sollten Sie den Abschluss einer sogenannten Abredeversicherung bei einer privaten Versicherungsgesellschaft in Betracht ziehen. Eine solche Versicherung bietet Ihnen eine gute und erst noch günstige Deckung der entstehenden Lücke in der Unfallversicherung bis sechs Monate nach der Entlassung. Nehmen Sie diesbezüglich mit uns Kontakt auf oder suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Versicherungsberater.

 

 

Freizügigkeitskonto bei den Steuern deklarieren?

11.06.2018

Frage: Muss ich Guthaben auf dem Freizügigkeitskonto bei den Steuern deklarieren?

Antwort: Nein. Sie müssen das Frei­zügigkeitskonto in der Steuer­erklärung nicht deklarieren. Dies ist erst beim Bezug des Geldes nötig und danach, wenn das Kapital zum Beispiel auf einem normalen Sparkonto liegt. Auch die Zinserträge auf Freizügigkeitsguthaben sind bis zum Bezug ­steuerfrei.

Zudem dürfen Sie Kapital auf dem Freizügigkeitskonto bis Alter 70 (Männer) bzw. 69 (Frauen) liegen lassen. Das im Gegensatz zu Konten der dritten Säule auch dann, wenn Sie nicht mehr erwerbs­tätig sind. So profitieren Sie weiterhin vom steuerfreien Kapitalwachstum.

 

 

Schutz durch Lebensversicherung – auch fürs Kleingewerbe?

02.04.2018

Frage: Ich besitze ein Elektrogeschäft und möchte meine Frau im Todesfall absichern und die Altersvorsorge aufbauen. Sind Lebensversicherungen dazu geeignet? Was ist, wenn mein Geschäft in finanzielle Schwierigkeiten gerät?

Antwort: Sie haben die Möglichkeit, eine kapitalbildende Versicherung im Rahmen der gebundenen Vorsorge gemäss Säule 3a abzuschliessen. Dabei können Sie bis zu 20 Prozent Ihres AHV-pflichtigen Einkommens (gegenwärtig maximal 33 408 Franken pro Jahr) in die Versicherung investieren und den Prämienbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Dieser Versicherungsschutz bleibt Ihnen auch im schlimmsten Fall eines Konkurses Ihres Elektrogeschäfts voll erhalten. Die gebundene Vorsorge unterliegt aber Einschränkungen betreffend der Vertragsgestaltung, insbesondere im Hinblick auf den Rückkauf, die Begünstigung oder die Verpfändung.

Lebensversicherungen bieten Schutz für die Familie

Wenn Sie freier über die Versicherung verfügen möchten, können Sie eine Lebensversicherung im Rahmen der freien Vorsorge abschliessen. Auch in diesem Fall ist die Versicherung im Falle eines Konkurses Ihres Elektrogeschäfts geschützt, sofern ihre Ehefrau oder Ihre Kinder als Begünstigte eingesetzt worden sind. Die Prämien sind hier jedoch nur sehr beschränkt steuerlich absetzbar.

 

 

Können wir die Festhypothek vor Vertragsende bei einer ander

20.02.2018

Frage: Wir haben bei der Basler Kantonalbank eine achtjährige Festhypothek abgeschlossen. Sie läuft im September 2014 ab. Wir möchten schon jetzt woanders zu einem günstigen Zinssatz erneut eine langjährige Festhypothek abschliessen. Geht das? 

 

Antwort: Ja. Rund ein Jahr vor dem Ende der Laufzeit der Hypothek können Sie in der Regel die neue Hypothek bzw. deren Zins fixieren. Die neue Bank wird einen Zinsaufschlag verlangen, wenn Sie den Zins im Voraus fixieren möchten (Termin-Hypothek). Planen Sie genügend Zeit ein für das Einholen von Konkurrenzofferten und schauen Sie im Vertrag, ob bei der Basler Kantonalbank allfällige Kündigungsfristen bestehen. Prüfen Sie auch, ob die Bank Gebühren für die Kredit­ablösung und die Auslieferung des Schuldbriefes verlangt. Allenfalls können Sie mit dem neuen Kreditgeber aushandeln, dass er solche Gebühren übernimmt. Falls Sie von steigenden Zinsen ausgehen, ist eine Termin-Hypothek eine gute Möglichkeit, die aktuell noch sehr tiefen Zinsen für langjährige Festhypotheken nun zu fixieren.

 

 

Teure Schmuckuhr – wie kann ich sie am besten versichern?

07.02.2018

Frage: Ich habe meiner Frau eine wertvolle Schmuckuhr geschenkt. Genügt der Versicherungsschutz unserer Hausratversicherung oder muss ich die teure Uhr speziell versichern lassen?

Antwort: In der traditionellen Hausratversicherung sind üblicherweise die Sachen des privaten Gebrauchs gegen Feuer-, Diebstahl- und Wasserschäden versichert. Wenn die Schmuckuhr Ihrer Frau jedoch verloren geht oder durch einen Stoss beschädigt wird, so besteht über die herkömmlich Hausratversicherung kein Versicherungsschutz. Zudem sind verschiedene Summenbeschränkungen der Hausratversicherung zu beachten; vor allem in der Diebstahldeckung gibt es in der Regel Summenbegrenzungen für Wertsachen. Wenn bei einem Einbruchdiebstahl sehr teure Schmucksachen gestohlen werden, kann die Summenbegrenzung zu einer Deckungslücke führen. Auch bei einem "einfachen Diebstahl auswärts" besteht dieses Problem, da hier häufig eher bescheidene Versicherungssummen vorgesehen sind.            

Bedarfsgerechter Schutz durch die Wertsachenversicherung

Die Schweizer Versicherer bieten eigens für Wert- und Schmucksachen konzipierte Versicherungsprodukte an. Sowohl der Deckungsumfang als auch die Versicherungssummen entsprechen dem erhöhten Schutzbedürfnis für Schmuck und andere wertvolle Objekte. Ich rate Ihnen, die neue Schmuckuhr Ihrer Frau - allenfalls zusammen mit anderen bereits vorhandenen teuren Schmucksachen - durch eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Wertsachenversicherung abzusichern. Dabei könnte es sinnvoll sein, die Versicherungssumme mit einer Teuerungsreserve zu versehen; eine Entschädigung durch die Versicherung sollte ja auch dann die Wiederbeschaffung ermöglichen, wenn die Preise für Schmuck und Uhren zwischen dem Abschluss der Police und einem Schadenfall angestiegen sind.   

 

 

Tierversicherung - ein gutes Gefühl

15.01.2018

Wer Hunde und/oder Katzen hält, der muss auch eines wissen: Schnell können hohe Kosten auf einen zukommen, wenn sich der pelzige Liebling verletzt oder wenn er krank wird. Wer Bedenken hat, ob er wirklich das Geld für größere Tierarztrechnungen aufbringen kann oder ganz einfach für den Ernstfall bestmöglich vorsorgen möchte, für den bietet es sich an, einmal über das Thema Tierkrankenversicherung genauer nachzudenken. Viele Tierfreunde haben ganz einfach ein gutes, sicheres Gefühl, wenn sie wissen, dass sie für den Ernstfall optimal vorgesorgt haben. Ob für Hund oder Katze, wir haben für Sie ein Angebote parat und informieren Sie gerne über die Leistungen die von den betreffenden Versicherungsgesellschaft auch tatsächlich übernommen werden.

 

 

Kundenfrage - Welche UVG Versicherung zahlt?

11.12.2017

Unfallfolgen aus früherem Job - welche UVG-Versicherung zahlt?

Frage: Vor einem halben Jahr hatte ich einen Skiunfall. Zur Knochenfixierung wurde eine Platte eingesetzt, die nun entfernt werden muss. Vor drei Monaten wechselte ich den Arbeitgeber. Welche Unfallversicherung bezahlt jetzt?

Antwort: Als Angestellter sind Sie gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Das UVG sieht vor, dass für Rückfälle und Spätfolgen der ursprüngliche Versicherer einzutreten hat. Im Ihrem Fall wird also der UVG-Versicherer des Arbeitgebers, bei dem Sie zum Zeitpunkt des Unfalles beschäftigt waren, für die Heilungskosten des Rückfalls oder der Spätfolgen aufkommen. Die Entfernung einer nach einem Unfall zur Knochenfixierung eingesetzten Platte wird als Rückfall behandelt.          

Heutiger Lohn für Taggelder massgebend

Neben den Heilungskosten für die Entfernung der zur Knochenfixierung eingesetzten Platte fallen während der Zeit, in der Sie wegen der Operation arbeitsunfähig sind, möglicherweise auch Taggelder an. Auch hier gilt der Grundsatz, dass der ursprüngliche UVG-Versicherer darauf einzutreten hat. Dabei wird aber nicht auf den im Unfallzeitpunkt erzielten Lohn beim früheren Arbeitgeber abgestellt, sondern massgebend für die Taggeldhöhe ist der unmittelbar vor dem Rückfall bezogene Lohn beim heutigen Arbeitgeber.        

 

 

Unterversichert – ist der Versicherungsberater schuld?

22.03.2017

Frage: Wir sind nicht sicher, ob unser Hausrat und unser Geschäftsinventar im Falle eines Schadens richtig versichert sind. Übernimmt unser Versicherungsberater die Verantwortung bei einer allfälligen Unterversicherung?

Antwort: Der Versicherungsberater kennt die verschiedenen Versicherungsprodukte und weiss auch, welche Versicherungslösungen im konkreten Fall in Frage kommen. Vielleicht kann er seinen Kunden aufgrund seiner Erfahrungen sogar gewisse Anhaltspunkte liefern, wie hoch der Wert der zu versichernden Sachen etwa sein dürfte. Die Verantwortung für die Wertrichtigkeit der Versicherungssumme trägt aber der Kunde, der auch entscheiden kann, ob er einen sehr umfassenden Versicherungsschutz wählen oder einen Teil des Risikos ganz oder teilweise selber tragen will. Ein lückenloser Versicherungsschutz wird grundsätzlich nur dann erreicht, wenn die vereinbarte Versicherungssumme dem Neuwert aller versicherten Gegenstände entspricht. Ein Beispiel: wird ein Hausrat im Wert von 60’000 Franken nur mit 30’000 Franken deklariert, so würden in der Regel auch Einzelschäden entsprechend entschädigt (ein Fernseher mit einem Neuwert von 1'000 Franken wäre also nur zu 500 Franken versichert).

Der Kunde bestimmt die Versicherungswerte

Der Versicherungsberater berät Privatpersonen und Firmenkunden aus allen möglichen Bereichen in Finanz- und Versicherungsfragen nach bestem Wissen und Gewissen. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften hilfreiche Inventarformulare zur Verfügung, die dem Kunden eine Zusammenstellung der Versicherungswerte erleichtern. Die Verantwortung für die korrekte Bewertung der zu versichernden Sachen (Vollständigkeit und Richtigkeit der eingesetzten Versicherungswerte) kann der Versicherungsberater dem Kunden aber nicht abnehmen. Wie könnte er auch die Wiederbeschaffungspreise verschiedenster Produktionsanlagen, den Marktwert von Tieren, den Handelswert von Kunst, die Wiederaufbaukosten von Gebäuden oder den Neupreis von Kleidern, Möbeln und Schmuck während des kurzen Beratungsgesprächs einfach so aus dem Ärmel schütteln? Der Kunde hat auch nach Unterzeichnung des Antragsformulars noch die Möglichkeit zur Berichtigung von Versicherungssummen: wenn er die Police erhält, kann er umgehend eine sich allenfalls nachträglich aufdrängende Anpassung der Werte verlangen.

 

 

Falsche Angabe im Lebensversicherungsantrag – was passiert?

08.02.2017

Frage: Beim Abschluss einer Lebensversicherung verschwieg ich eine Krankheit, unter der ich seit längerem leide. Ein Freund sagte mir, sonst würde die Prämie zu hoch. Was ist, wenn ich an dieser Krankheit sterbe?

Antwort: Es ist nicht immer gut, den (falschen) Ratschlag eines Freundes zu befolgen. Ihr Lebensversicherer liess Sie bei der Antragstellung für die Lebensversicherung verschiedene Fragen beantworten – darunter auch zu Ihrer Gesundheit –, die für seine Beurteilung des Antrages relevant waren. Von Ihren Antworten hingen Art, Höhe und Dauer Ihrer Versicherungsdeckung und die entsprechende Prämie ab. Gemäss Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sind Sie verpflichtet, die Fragen des Versicherers schriftlich richtig zu beantworten, soweit Ihnen die entsprechenden Fakten im Zeitpunkt der Antragsstellung bekannt waren oder bekannt sein mussten. Erheblich sind dabei jene Gefahrentatsachen, die den Entschluss des Versicherers beeinflussten, den Vertrag überhaupt oder zu den vereinbarten Bedingungen abzuschliessen.

 

 

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